|
Das revolutionäre neue Erklärungsmodell des bisher rätselhaften
Prozesses der Formentstehung - von Kristallen über Pflanzen, Tiere und
den Menschen bis hin zur menschlichen Gesellschaft und Kultur - Entwickelt
und dargestellt von einem der großen Vordenker der Neuen Wissenschaft.
Die Frage der Entstehung der Formen in der Natur bleibt eines der großen
Mysterien für die Naturwissenschaft. Was gibt einem Kanin- chen seine
Kaninchenform? Wie führt die Teilung identischer Zellen zur Herausbildung
eines menschlichen Körpers mit all seinen hochspeziali- sierten Organen?
Was gibt einem Schneekristall, einem Insulinmolekül, einem Termitenstaat oder einer menschlichen Gesellschaft ihre
charak- teristische Form?
Der Biochemiker und Zellbiologe Prof. Rupert Sheldrake stellt in diesem
Buch sein revolutionäres Erklärungsmodell des bisher rätsel- haften
Prozesses der Formentstehung und dessen umwälzende Kon- sequenzen für das
moderne Denken und die naturwissenschaftliche Weltsicht dar.
Dieses Buch führt die Gedanken fort, die ich in "Das schöpferische
Universum" zum Ausdruck brachte; ich hatte darin meine Hypothese der
Formenbildungsursachen (hypothesis of formative causation) vor- getragen und
auch bereits einige ihrer Implikationen erörtert, insbe- sondere im Bereich
von Chemie und Biologie.
Hier nun möchte ich die Hypothese - in einer weniger fachwissen-
schaftlichen Sprache - in ihren historischen, philosophischen
und na- turwissenschaftlichen Gesamtzusammenhang zu stellen, ihre wichtig-
sten chemischen und biologischen Implikationen noch einmal summa- risch darzustellen und ihre soziologischen und kulturellen
Konsequen- zen untersuchen. Ich versuche aufzuzeigen, daß sie auf ein
vollkom- men neues, durch und durch evolutionäres Verständnis unserer
selbst und der Welt hinausläuft und damit wohl mit der modernen Sicht in
Einklang steht, daß die Natur durchweg auf Evolution angelegt ist.
Die Hypothese der Formenbildungsursachen behauptet, daß die Natur ein
Gedächtnis besitzt, daß Gedächtnis ein ihr innewohnender Zug ist. Darin
begibt sie sich im Gegensatz zu einigen orthodoxen wis- senschaftlichen
Theorien. Diese Theorien entstanden im Rahmen der vorevolutionären
Kosmologie, die bis in die sechziger Jahre vorherr- schte; die Natur und
ihre Gesetze galten in dieser Kosmologie als ewig. In diesem Buch werde
ich die aus der Hypothese der Formenbildungs- ursache ableitbaren
Interpretationen immer wieder denen der konven- tionellen Naturwissenschaft
gegenüberstellen und aufzeigen, wie beide Ansätze auf vielfache Weise
experimentell gegeneinander abgewogen werden können.
1982 schrieb die Tarrytown Group von New York einen recht hoch dotierten
Wettbewerb aus für die experimentelle Überprüfung meiner Hypothese -
und diese Überprüfung durfte natürlich sowohl zugunsten als auch
zuungunsten der Hypothese ausfallen. Zur gleichen Zeit schrieb die
britische Zeitschrift 'New Scientist' einen Wettbewerb für neue
Versuchsanordnungen solcher Überprüfungsexperimente aus. Die besten
Versuchsanordnungen, von einer Jury britischer Wissenschaft- ler
ausgewählt, wurden im April 1983 im 'New Scientist' veröffentlicht, und
sie erwiesen sich - für mich selbst und für andere Wissenschaftler - als
fruchtbarer Anstoß für die weitere Forschung. Für den Tarry-
townWettbewerb fand die Bekanntgabe der Ergebnisse und die Preis-
verleihung im Juni 1986 statt, und auch hier wurde die Auswahl von
einer internationalen Wissenschaftlerjury getroffen. Wir werden die
preisgekrönten Lösungen im 10. Kapitel vorstellen.
Rupert Sheldrake, Jahrgang 1942, studierte Naturwissenschaften an
der Universität von Cambridge und Philosophie an der Harvard-
Universität.
Er promovierte in Biochemie in Cambridge, wo er danach als Direktor für
Biochemie und Zellbiologie am Clare College tätig war.
Weitere
Informationen:
www.scherz-verlag.de
www.buchkatalog.de
www.amazon.de
http://sbzonline.sbz.ch
www.sheldrake.org
|